Auszeichnung Kategorie Lernen: Marine Sulmont

Tiles’ pographic

Lernen durch spielerische Interaktion: Die architektonische Lernwelt der Architektin Marine Sulmont aus Frankreich setzt auf die Faszination der Veränderung. Keramiken werden installierte Bestandteile eines Spiels, das den Raum immer wieder neu gestaltet. Zur Ablenkung, zum Wohlfühlen, zum „Abtauchen“ – als vornehmste Aufgaben von Architektur.

„Architektur soll zur Teilnahme einladen – sie soll die Differenz zum Ausdruck bringen und in Bewegung sein. Zum Beispiel im Wartezimmer, wo Menschen auf ihren Aufruf in ärztliche Untersuchungsräume warten. Wenn Kinder hier spielen, tauchen sie in dieses Andere ein – abgelenkt von der Sorge um das Bevorstehende. Dieser Aufgabe sieht sich der Lernbereich von Tiles‘ Pographic verschrieben. Fliesen eröffnen in diesem Lernraum die Möglichkeit zum Spiel. Einige sind – auf der Rückseite magnetisch ausgerüstet – verschiebbar. Und haften an den zwischen der Keramik angebrachten Metallleisten. So entstehen durch die Kombination von Buchstaben und Zahlen eigene Muster: Worte, Formen, Zeichnungen – manchmal Sätze. Eine Neuerfindung des Raumes, zusammen mit anderen Patienten. Gleichsam als Spiel mit Tangram, Scrabble oder Lego.“

Marine Sulmont

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Marine Sulmont, Sénéchas, Frankreich, marinesulmont.wix.com/positivearchi

Das systemische Konzept überzeugte von Beginn an in seiner Einfachheit und Klarheit.

Ein Fliesentyp, zwei Farben, fünf Motive generieren nahezu unendlich viele Optionen. Ist den fünf Grundelementen noch eine nicht zu dechiffrierende, magische Komponente eigen, fügen sich diese fraktalen Strukturen im nächsten Schritt zu Mustern, Zeichen, Wörtern. Klare Farben unterstützen dabei die Wirkung dieses Systems, das spielerisch vielfältige Varianten eröffnet.

– Die Tile Award-Jury

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