Gewinnerin Kategorie 2 wellness / spa: Agata Woźniczka

Tilescape

Optische Zerstreuung – illusionäre Landschaft: Das Spa der Architektin Agata Woźniczka, die viele Erfahrungen in den besten polnischen und internationalen Architekturbüros sammeln konnte und Mitinhaberin des Architekturbüros BudCud ist, entführt ins Innere eines Traumes. Und liquidiert die Formen der Ausstattung.

„Schon im alten Pompeji erzählt das Haus des Siricius mit seinen visuellen Tricks von den Möglichkeiten eines unendlichen TraumRaumes. Diese Perspektive optischer Akrobatik ist nach wie vor aktuell – nicht nur in der Kunst von James Turrell, sondern auch für Wellness-Orte. Räume für oft märchenhafte, fast verborgene Erfahrungen – ganz im Gegensatz zur Alltagswelt. Farbe, Licht und Illusion für einen einzigartigen Spa-Ort zu nutzen, bildet so eine gleichsam natürliche Gestaltungsmaxime. Und führt zu jener subjektiven, traumtänzerischen Art des Eindrucks – im Auge des Erfahrenden. Denn der gegenstandsreduzierte Raum ruft optisch genau das Jenseitige auf, das eine Oase der Ruhe ohnehin verspricht: Einkehr in die ureigenen, subjektiven Bilder-Welten. Steigende Linien, Licht und Schatten, die die stimmungsvolle Innenlandschaft verdichten, verändern oder erweitern, bestimmen diesen Rückzugsort. Scheinwerferlicht, das den hellsten Streifen der Wand in einer weißen Horizontallinie anstrahlt, lässt die Wand erglimmen. Der Dampf, den die Öffnungen direkt über den weißen Fliesen in den Raum einbringen, befeuchtet den Raum und kreiert – je nach Betrachtungswinkel – sogar einen Regenbogen. Als optischen Träger, der hineingeleitet in die stimmungsvollen Welten des zu sich selbst zurückfindenden Wellness-Besuchers.“

Agata Woźniczka

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Agata Woźniczka, Krakow, Polen, www.budcud.org

Ein außergewöhnlicher Raum, der weit über alltägliche räumliche Erfahrungen in eine Illusion entführt.

Agata Woźniczka gelingt durch eine einfache Kombination und Variation von unterschiedlich großen, rechteckigen Fliesen eine interessante ‚Verräumlichung‘ der Oberfläche. Die sukzessive Verkleinerung der Fliesen und die damit verbundene Zunahme des Fugenanteils erzeugen spannende Graduationen von Hell zu Dunkel. Die zweidimensionale und raumbegrenzende Fläche von Wänden, Decke und Boden wird in der Wahrnehmung der Betrachter zu einem dreidimensionalen Bild. Die Raumkanten scheinen sich aufzulösen, der Raum setzt sich ins ‚Unendliche‘ fort. Fasziniert hat die Jury der überaus einfache und sensible Umgang mit dem Material Fliese, der zu einem sehr überzeugenden Ergebnis führt. Es entsteht eine optische Täuschung, die Oberfläche wird Raum.

– Die Tile Award-Jury

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Farbverlauf-Varianten

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