Drei Fragen an Ushi Tamboriello

Ushi Tamborriello, Inhaberin des gleichnamigen Schweizer Ateliers ushitamborriello, ist auf die Innenarchitektur von Bädern und Spas, Hotels, Restaurants sowie die Gestaltung von Filmsets und Ausstellungsflächen spezialisiert. Insbesondere im Bereich Bäder und Spas verfügt sie über umfassende Erfahrung mit den Produkten von Agrob Buchtal.

about: Farbe spielt eine bedeutende Rolle in Ihrer Arbeit.

Ushi Tamborriello: Die Farbe in der Architektur bindet sich für mich unmittelbar an Material und Licht – und nur so kann ich sie denken. Im Zusammenspiel mit anderen sinnlichen Wahrnehmungen wie Temperatur, Feuchte, Klang, Haptik, Proportion und Form bildet sich das, was wir als Atmosphäre eines Raumes bezeichnen. Für die Farbe gilt dabei wohl noch immer Josef Albers Aussage: „Nur der Schein trügt nicht“.

about: Wie beurteilen Sie die Wechselwirkung zwischen Farbe und all den anderen Aspekten in diesem Entwurf?

Ushi Tamborriello: Der vorliegende Entwurf wird von der Idee getragen, den bisher vornehmlich in innere Welten verlegten Wellnessgedanken wieder mit unmittelbaren Erfahrungen in ursprünglicher Umgebung zu verknüpfen. Vision war ein nahezu nahtloser Übergang zwischen dem künstlichen Innen und dem natürlichen Außen, verbunden mit dem starken Symbol des roten Steges, der das Auge in die Tiefe des Raumes wandern lässt. Der Komplementärkontrast Rot (innen) Grün (außen) unterstützte uns dabei. Das Innere dieser Architektur bildet verschiedene Funktionsräume (Regen, Nebel, Wasser, Wärme, Licht, Ruhen, Reinigen) mit unterschiedlichen szenischen Mitteln ab. Die Vielfalt an Formaten und Farbabstufungen des ChromaPlural-Systems nutzten wir zur Überhöhung der perspektivischen Raumwirkung und um die unterschiedlichen Anwendungsbereiche herauszuarbeiten. Für unseren Entwurf eines Wellnessraumes bewegten wir uns vornehmlich in einer warmen Farbwelt und setzten klare erdige Rottöne vor warme und neutrale Grautöne. Das keramische Material hat es ermöglicht, diesen verschiedensten Aspekten Rechnung zu tragen und dabei den Betrachter dennoch in eine „verheißungsvolle Welt“ zu entführen.

about: Ist Farbe für Sie etwas modisches?

Ushi Tamborriello: Ja und Nein. Sicherlich gibt es modische Trends in den Farben, die rückblickend prägend für ihre Zeit sind. In unseren Projekten versuchen wir weniger diesem „modischen Moment“ zu genügen, als nach der Stimmigkeit des gebauten Raumes zu suchen: ein Zusammenspiel das an diesem einen Ort, in dieser Zeit, in dieser Funktion, für den Menschen und diese Kultur nur so gedacht werden kann.

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